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»Zeichne, was Du siehst«

Ausstellung Ansichten aus dem Ghetto | 16. März bis 9. April 2017

Helga Weissová-Hošková
Helga Weissová-Hošková

Zeichnungen eines Kindes aus Theresienstadt / Terezin
[Zeichnungen der damals 12jährigen Helga Weissová-Hošková]

Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße
Schillstraße 25, 38102 Braunschweig

Einführung:
Dienstag, 28.3.2017, 18.00 Uhr

Michaela Vitkowá (Zeitzeugin) und Rita Weiler.

 

Ansichten aus dem Ghetto

Zeichnung Helga Weissová-Hošková (1)
Zeichnung Helga Weissová-Hošková (1)

Helga Weiss wurde mit ihren Eltern im Dezember 1941 nach Theresienstadt deportiert. „Zeichne, was Du siehst“, war die Aufforderung ihres Vaters an die gerade 12-jährige Tochter. Und die bald von den Eltern getrennte Helga nutzte alle Möglichkeiten, um das Gesehene festzuhalten. „Die Eindrücke, die mich von diesem Zeitpunkt an prägen sollten, beendeten meine Kindheit“, berichtete Helga Weissová-Hošková später.

Theresienstadt war das als „Altersghetto“ bezeichnete Konzentrationslager nördlich von Prag, in das vor 75 Jahren auch Braunschweiger Juden gebracht wurden. Die Lebensbedingungen in der früheren Festungsstadt waren derart, dass ein großer Teil der Deportierten an Krankheiten und durch Entkräftung starb. Andere wurden von hier in Vernichtungslager transportiert.

Zeichnung Helga Weissová-Hošková (2)
Zeichnung Helga Weissová-Hošková (2)

Die Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße zeigt vom 16.3. - bis 8.4. eine Auswahl der Zeichnungen aus dem Ghetto in der nordtschechischen Festungsstadt, die vom Niedersächsischen Verein zur Förderung Theresienstadts zusammengestellt wurde.

Helga Weiss beobachtete die Ankunft von älteren Jüdinnen mit unpraktischen großen Hüten, denen man vorgegaukelt hatte, sie wurden in eine "Kureinrichtung" verschickt. Sie zeichnete Glückwunschkarten, die alle Festmahlzeiten ausmalten, die es im Ghetto nie geben würde. Sie hielt die "Verschönerungsarbeiten" fest, als eine Delegation des Internationalen Roten Kreuzes erwartet wurde. Und sie fertigte nach der Befreiung Zeichnungen von den Vernichtungslagern, in die sie unmittelbar vor Kriegsende deportiert worden war. Diese Bilder haben alles kindlich-naive verloren.

Zur Eröffnungsveranstaltung am 28.3.2017, 18.00 Uhr wird als Zeitzeugin Michaela Vidláková aus Prag erwartet, die selbst als Kind in Theresienstadt war und das Lager überlebt hat. Die Zeitzeugin ist auf Einladung der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen –Ost in Braunschweig.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte (Di, Mi, Sa 14 - 17.00 Uhr und Do 16.-19.00) zugänglich. Für Gruppen können zusätzliche Termine vereinbart werden (Tel 0531 / 2702565, gedenkstaette.schillstrasse@braunschweig.de).