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Urlaubszeit

Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten

Impfung ((C) sharryfoto - Fotolia.com)

Es kommt leider immer wieder vor: Urlauber starten unbeschwert in die Ferien – und kehren mit einer Infektionskrankheit zurück. „Zahlreichen Infektionen kann man durch eine Impfung vorbeugen“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes der Stadt Braunschweig, Dr. Sabine Pfingsten-Würzburg. „Jeder sollte sich vor dem Start in den Urlaub, insbesondere bei einer geplanten Fernreise, vom Hausarzt oder beim Gesundheitsamt reisemedizinisch beraten lassen. Außerdem ist dies ein guter Anlass, generell den eigenen Impfschutz zu überprüfen.“
Besonders häufig besteht das Risiko einer Hepatitis A-Infektion, die weltweit vorkommt, verstärkt im südlichen und östlichen Mittelmeerraum einschließlich der Türkei, in einigen osteuropäischen Ländern, im Nahen Osten, Indien und Südostasien sowie in allen Gebieten Afrikas, Lateinamerikas und des Fernen Ostens. Die Krankheit wird durch verunreinigte Lebensmittel oder Getränke übertragen. „Hepatitis-A-Infektionen werden meist als lästiges Reisesouvenir aus südlicheren Gefilden eingeschleppt“, berichtet Dr. Pfingsten-Würzburg.

Die Hepatitis-A-Impfung umfasst zwei Injektionen: eine spätestens 14 Tage vor der Abreise, gefolgt von einer Auffrischimpfung nach sechs bis zwölf Monaten. Auch wenn weniger als 14 Tage Zeit vor der Abreise bleiben, kann noch mit der Impfung begonnen werden. „Für Kurzentschlossene gilt: lieber spät als gar nicht“, betont die Gesundheitsamtsleiterin. Zwar sei der Impfschutz nach wenigen Tagen noch nicht voll vorhanden, könne sich aber während des Urlaubs weiter ausbilden.

Wer länger Zeit bis zum Reiseantritt hat, sollte eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B erwägen. Beide Erregerviren schädigen die Leber. Das Hepatitis-B-Virus wird, anders als das Hepatitis-A-Virus, nicht durch Lebensmittel, sondern überwiegend durch Blutkontakt oder Sexualverkehr übertragen, die Erkrankung kann aber ungleich folgenschwerer verlaufen: Sie kann übergehen in eine chronische Verlaufsform mit Leberzirrhose und im Endstadium eventuell sogar Leberkrebs.

„Viele Erwachsene sind ohne Schutz gegen die lebensgefährlichen Infektionen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphterie, weil sie nicht daran denken, dass nach der sogenannten Grundimmunisierung in der Kindheit Auffrischimpfungen alle zehn Jahre notwendig sind“, betont Dr. Pfingsten-Würzburg. Auch eine Impfung gegen Pertussis (Keuchhusten) ist zu bedenken, zumal diese Immunisierung routinemäßig für alle Erwachsenen auch ohne Reisepläne empfohlen wird. Auch gegen die durch Schmierinfektion übertragene Kinderlähmung (Poliomyelitis) sollten Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausreichend geimpft sein, auch wenn Europa im Juni 2002 poliofrei erklärt wurde. In Afrika und Asien tritt Polio noch auf und kann wieder eingeschleppt werden. Die Medizinerin: „Für eine generelle Entwarnung ist es daher noch viel zu früh.“

„Die einzige Impfpflicht, die wir weltweit für einige Länder kennen, bezieht sich auf das Gelbfiebervirus“, berichtet Dr. Pfingsten-Würzburg. „Die Infektion wird durch Mücken im sogenannten ‚Gelbfiebergürtel‘ des tropischen Afrika und in Endemiegebieten Südamerikas übertragen.“ Der Erkrankungsverlauf kann sehr unterschiedlich sein; bis zu 30 Prozent der Erkrankten versterben. Die internationale Bescheinigung, die zum Teil bei der Einreise vorgelegt werden muss, ist nur in speziellen Gelbfieberimpfzentren erhältlich und gilt ab dem zehnten Tag nach der Impfung für zehn Jahre.

Gegen Malaria gibt es noch keine Impfung. Die Erkrankung wird durch Moskitostiche übertragen und ist eines der häufigeren lästigen Reisesouvenirs der Deutschen, die sich im vergangenen Jahr vor allen Dingen nach Aufenthalten in Kenia und an der Westküste Afrikas infiziert haben. Die Tabletten gegen Malaria müssen wenige Tag vor der Einreise in ein Malariagebiet eingenommen werden und dürfen erst Tage bis Wochen nach der Ausreise abgesetzt werden. Da es bereits Resistenzen gegen einige der Mittel gibt, ist hier eine vorbereitende individuelle Beratung für Reisende in diese Gebiete besonders wichtig. Dr. Pfingsten-Würzburg: „Informieren Sie sich, ob und welche Impfungen für Ihr Zielgebiet erforderlich sind.“ Das gelte zum Beispiel auch für die Vorbeugung gegen Typhus, Cholera oder Tollwut.

Beratung und Impfungen führt jeder Hausarzt durch, ebenso das Gesundheitsamt. Informationen und Terminvereinbarung bei der Impfberatung, Tel. 0531/470-7242.

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