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Eingliederungshilfe

Damit die Hilfe passgenau den individuellen Bedürfnissen entspricht

Passgenaue Hilfe zu leisten, die den jeweiligen individuellen Bedürfnissen entspricht: Das ist das Ziel der Eingliederungshilfe, die Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohte Menschen in die Gesellschaft integrieren und ihnen die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ermöglichen und erleichtern soll. Um diese Aufgaben in Zukunft noch besser und nach einheitlichen Standards zu erfüllen, wurden jetzt erstmals ein „Leitfaden für die individuelle Teilhabeplanung mit Menschen mit Behinderungen in der ambulanten Betreuung“ sowie „Qualitätsstandards des sozialpädagogischen Fallmanagements in der ambulanten Betreuung in der Stadt Braunschweig“ entwickelt.

Beide Vereinbarungen entstanden in enger Kooperation zwischen der Stadt Braunschweig als Leistungsträgerin – Eingliederungshilfe ist Bestandteil der Sozialhilfe - und folgenden Leistungsanbietern: ambet e. V., Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Braunschweig e. V., Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit Braunschweig mbH, Lebenshilfe Braunschweig gemeinnützige GmbH, Lukas-Werk Braunschweig, Suchthilfe gemeinnützige GmbH sowie dem Verein der Weg e. V.

„Der Mensch mit Behinderung steht im Mittelpunkt des Verfahrens und wirkt aktiv im gesamten Teilhabeplanverfahren“, so die zentrale Botschaft des Leitfadens und der Qualitätsstandards. „Mit dem Teilhabeplanverfahren wird die Hilfeleistung gemeinsam mit dem Klienten, dem Leistungsträger und dem Leistungserbringer geplant und schließlich die erforderliche Hilfestellung den individuellen Bedürfnissen angepasst.“ Wichtige Elemente im Teilhabeplanverfahren seien Selbstbestimmung des Menschen mit Behinderung, Berücksichtigung des persönlichen Unterstützungsbedarfs, der individuellen Ressourcen sowie Vereinbarungen und Transparenz zwischen allen Beteiligten.

Einheitliche Inhalte und Verfahrensweisen der Teilhabeplanung zu entwickeln: Damit wurde in Braunschweig bereits Ende 2005 in einem von der Stadtverwaltung moderierten Arbeitskreis gemeinsam mit den Leistungsanbietern begonnen. Seit 2007 bietet die Stadt ein strukturiertes Verfahren an: Wer Hilfe benötigt, kann sich zentral an die städtische Behindertenhilfe wenden. Bei einem Termin im Gesundheitsamt stellt dann ein Team, bestehend aus einem Arzt, einem Sozialpädagogen und einem Psychologen, gemeinsam mit dem Klienten einen individuellen Teilhabeplan auf.

Der neue Leitfaden dient dem Leistungsträger (Stadt) und den Leistungsanbietern als Arbeitsgrundlage für die Hilfebedarfsermittlung. Der Weg zur Eingliederungshilfe umfasst somit folgende Schritte: 

  • Beratung und umfassende Information über Voraussetzungen und Verfahren;
  • Antragstellung;
  • ärztliche Untersuchung im Gesundheitsamt.

Sind alle Voraussetzungen für einen Leistungsbezug erfüllt, kann sich der Klient nun zur Hilfebedarfsermittlung an einen Leistungsanbieter seiner Wahl wenden. Dieser ermittelt den konkreten Hilfebedarf anhand des genannten Leitfadens. Bei einem abschließenden Teilhabeplangespräch im Gesundheitsamt wird zwischen allen Beteiligten der Umfang der zu gewährenden Hilfe festgelegt und durch eine Zielvereinbarung in regelmäßigen Abständen überprüft.

Zusammen mit dem Leitfaden wurden Qualitätsstandards für Unterstützungsleistungen in der ambulanten Betreuung formuliert. Die Mitglieder des „Arbeitskreises Teilhabeplanung“ legten ein Profil fest, unter welchen fachlichen und inhaltlichen Aspekten das sozialpädagogische Fallmanagement in der ambulanten Betreuung geführt werden soll.

„Leistungsträger und Leistungsanbieter haben sich auf Standards zu Struktur- und Prozessqualität verpflichtet, die dem Klienten mit Behinderung ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Fachlichkeit garantieren“, erläuterte seinerzeit der Sozialdezernent Ulrich Markurth. „Die Qualitätsstandards tragen der Veränderung in der sozialen Hilfelandschaft Rechnung - von der institutionellen Förderung hin zur bedarfsorientierten, personenzentrierten Hilfe.“

Auf der anderen Seite geben die Qualitätsstandards dem Klienten eine Orientierungshilfe und Kriterien an die Hand geben, um sie zu vergleichen und für sich das passende Angebot ambulanter Betreuung auswählen zu können.

Fachbereich Soziales und Gesundheit
Soziale Sicherung
Eingliederungshilfe
Naumburgstraße 25
38124 Braunschweig