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Schülerbefragung für zielgerichtete Prävention

Braunschweig, 04. September 2017 Stadt Braunschweig, Pressestelle

Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke (2. von rechts) bei der Pressekonferenz mit (von links) Matthias Fricke (Rektor Realschule Georg-Eckert-Straße und Vertreter im Sprecherkreis der Braunschweiger Schulen), Sara Gödecke (CTC-Koordinierungsstelle Braunschweig) und Monika Schlegel (Jugendreferentin der Stadt Braunschweig). (© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)
Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke (2. von rechts) bei der Pressekonferenz mit (von links) Matthias Fricke (Rektor Realschule Georg-Eckert-Straße und Vertreter im Sprecherkreis der Braunschweiger Schulen), Sara Gödecke (CTC-Koordinierungsstelle Braunschweig) und Monika Schlegel (Jugendreferentin der Stadt Braunschweig).
(© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)

Vorbeugende Maßnahmen gegen Lebensrisiken im Kindes- und Jugendalter sollen künftig auf Grundlage empirischer Daten auf kommunaler Ebene noch zielgerichteter gesteuert werden. Deshalb führt die Stadt Braunschweig im September im Verbund mit den Braunschweiger Schulen eine flächendeckende Befragung von Schülerinnen und Schülern der 7., 9. und 11. Klassen durch. Der Braunschweiger Präventionsrat und der Landespräventionsrat Niedersachsen unterstützen das Projekt.

„Das Verfahren CTC – ‚Communities That Care‘ ist bereits vielerorts angewandt und wissenschaftlich evaluiert worden“, sagt Stadträtin Dr. Andrea Hanke. „Eine flächendeckende Befragung von Schülerinnen und Schülern in einer Kommune von der Größe der Stadt Braunschweig ist aber bundesweit bislang einzigartig. Städtische und nichtstädtische Stellen bringen gemeinsam ihre fachlichen Einschätzungen in die Planung und Durchführung ein, um so die erforderliche Akzeptanz herzustellen und das Verfahren erfolgreich zu realisieren.“ In die für die Umsetzung maßgeblich verantwortliche Lenkungsgruppe sind paritätisch in gleicher Anzahl neben städtischen Planungsstellen zwei Schulleiterinnen/Schulleiter aus dem Sprecherkreis unterschiedlicher Schulformen, der Stadtelternrat, der Stadtschülerrat sowie eine Stiftung und die Hochschule Ostfalia eingebunden.

Der CTC-Fragebogen. (© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)

Die Befragung findet im Rahmen der Präventionsstrategie „Communities That Care“ (CTC) statt. Seit einigen Jahren wird diese Methode in Niedersachsen zur Weiterentwicklung der kommunalen Präventionsarbeit angewendet. In den teilnehmenden Kommunen ist es damit gelungen, die Präventionsangebote und Maßnahmen für Kinder und Jugendliche besser an den Bedarf anzupassen und aufeinander abzustimmen. Die Schülerbefragung soll dabei helfen, mehr über die Umstände herauszufinden, die ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ermöglichen. Die Lebensbereiche Familie, Schule, Gleichaltrige und Nachbarschaft werden dabei gleichermaßen mit einbezogen.

Weitere Informationen zum Verfahren CTC im Internet unter www.ctc-info.de oder zur Umsetzung in Braunschweig unter www.braunschweig-hilft.de/projekte/ctc/. Dort ist auch der CTC-Fragebogen zu finden.

Die Ergebnisse der Befragung geben Aufschluss darüber, welche Barrieren für das Lernen und den Schulerfolg vorhanden sind. Auf der Basis der Befragungsergebnisse können schulische und außerschulische Akteure die Planung von Unterstützungs- und Präventionsangeboten besser abstimmen und koordinieren.

Die gewonnenen Daten erlauben sowohl eine Auswertung bezogen auf Stadtquartiere wie auch auf einzelne Schulen. Die Ergebnisse werden den teilnehmenden Schulen zur eigenen Verwendung zur Verfügung gestellt.

Um für die Schülerinnen und Schüler einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, werden unter den teilnehmenden Klassen attraktive Preise ausgelost, die Spaß machen, Gemeinschaftserfahrungen eröffnen und das Miteinander stärken. Dazu zählen etwa ein kostenfreier Aufenthalt auf dem städtischen Kinder- und Jugendzeltplatz Lenste an der Ostsee im Rahmen einer Klassenfahrt, ein Kinobesuch, erlebnispädagogische Angebote und vieles mehr.

Der Fragebogen wird online ausgefüllt. Er ist so aufgebaut, dass dies innerhalb einer Schulstunde möglich ist. Voraussetzung für die Befragung ist die Einwilligung durch die Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigen und die Schülerinnen und Schüler selbst.

„Um aus der Aktion genaue Erkenntnisse gewinnen zu können, ist ein hoher Beteiligungsgrad bei der Erhebung sehr wichtig“, erläutert Stadträtin Dr. Hanke. „Umso deutlicher ist hervorzuheben, dass die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden und die Anonymität der Befragten gewährleistet ist. Rückschlüsse auf einzelne Schülerinnen und Schüler sind nicht möglich.“

Um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen und die Belastungen für die Schulen möglichst gering zu halten, wird die Befragung in den Klassen durch externe pädagogische Fachkräfte unterstützt. In der Mehrzahl sind dies Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Braunschweiger Kinder- und Jugendzentren, die in den Stadtteilen gut vernetzt und auch in zukünftige Projektschritte eingebunden sind. Gemeinsam mit anderen relevanten Akteuren sollen sie auf Quartiersebene daran mitwirken, auf Basis der neugewonnenen Daten in den Blick zu nehmen, was vor Ort erforderlich ist, um den hier besonders virulenten Risiken passende Präventionsstrategien entgegenzusetzen.

Um aus der Vielzahl der Daten die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können, folgt nach Abschluss der Befragung ein zweigeteiltes Auswertungsverfahren: Zunächst arbeitet die Universität Hildesheim anhand vorher in der Lenkungsgruppe definierter Kriterien heraus, in welchen Quartieren bzw. Schulen besondere Problemlagen hervorstechen. Ein von der Stadt beauftragtes Berliner Institut erstellt in einem weiteren Schritt einen Bericht über die in diesen Sozialräumen bestehenden Schutz- und Risikofaktoren.

Die CTC-Koordinierungsstelle organisiert die Befragung und moderiert im weiteren Prozess den Austausch zwischen Schulen, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Bezirksräten, Fachstellen, Polizei, Vereinen, Gemeinden, Stiftungen, lokalen Initiativen und all denen, die sich vor Ort auskennen und daran mitwirken können, die gemeinsam ins Auge gefassten Maßnahmen umzusetzen. Die vom Landespräventionsrat erstellte „Grüne Liste der Prävention“ (siehe www.grüne-liste-prävention.de) führt auf, welche Präventionskonzepte wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit überprüft und geeignet sind, den in der Auswertung der Fragebögen herausgestellten Probleme erfolgreich zu begegnen.

Die Befragung im zunächst auf insgesamt zwei Jahre angelegten Projekt soll nach erfolgreicher Umsetzung alle zwei Jahre wiederholt werden, um so im Längsschnitt Veränderungen bewerten zu können.

Kontakt und weitere Auskünfte:

Sara Gödecke, Stadt Braunschweig, Fachbereich Kinder, Jugend und Familie, CTC Koordinierungsstelle, Eiermarkt 4 – 5, 38100 Braunschweig, Tel.: (0531) 470-8572, e-Mail: Sara.Goedecke@braunschweig.de

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