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Neujahrsempfang der Stadt Braunschweig

Braunschweig, 19. Januar 2018 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

(Von links) Ehrenbürger Gerhard Glogowski, Susanne Hilla-Markurth, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Ministerin Birgit Honé und Festrednerin Prof. Anke Kaysser-Pyzalla beim Neujahrsempfang. ((© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)
(Von links) Ehrenbürger Gerhard Glogowski, Susanne Hilla-Markurth, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Ministerin Birgit Honé und Festrednerin Prof. Anke Kaysser-Pyzalla beim Neujahrsempfang.
((© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)

Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft sind am Freitag, 19. Januar, der Einladung von Oberbürgermeister Ulrich Markurth zum Neujahrsempfang der Stadt Braunschweig gefolgt. Im Lichthof des Städtischen Museums stellte Markurth seine Neujahrsrede unter das Motto „Neues Denken“.

Im vergangenen Jahr sei das Reformationsjubiläum ein wichtiges Thema unter der Überschrift „Neues Denken“ gewesen. „Wir haben interessante, anregende Veranstaltungen angeboten – in Braunschweig und im ganzen Land.“ Dieses Jahr blicke man 100 Jahre zurück auf das Ende des Ersten Weltkriegs. Im Sommer werde eine große Ausstellung darüber starten.

Oberbürgermeister Ulrich Markurth ((© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)
Oberbürgermeister Ulrich Markurth
((© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)

Immer wichtig sei, so Markurth, das Thema Wissenschaft. Zehn Jahre liegt es zurück, dass Braunschweig „Stadt der Wissenschaft“ war. Markurth: „Der Titelgewinn war aber nicht nur ein ‚Wir haben mal gewonnen‘, sondern wir haben viel Qualitätsvolles gewonnen. Nicht zuletzt gewonnen haben wir die ForschungRegion, die Vernetzung der Forschungseinrichtungen.“

Ein wichtiger, gut vernetzter Hotspot sei auch der Forschungsflughafen. „Als Forschungshotspot hat er mindestens europäische Bedeutung“, betonte der Oberbürgermeister. Nicht nur, aber insbesondere im Bereich der Mobilität sei man stark aufgestellt. Zum Thema Mobilität merkte er an, dass in diesem Jahr erneut ein Jubiläum anstehe: Heinrich Büssing wurde vor 175 Jahren geboren.

Neues Denken, so Markurth, sei auch im Bereich der sozialen Themen wichtig. Im vergangenen Jahr habe man das 10-jährige Bestehen von Netzwerk und Beirat Kinderarmut begangen. „Es ist uns gelungen, ein kräftiges Netz aufzubauen von unterschiedlichen Hilfen.“ Man habe nachhaltige Strukturen entwickelt. „Das war etwas Neues. Und es wirkt.“

Markurth: „Neues Denken wünsche ich mir auch bei anderen Themen in unserem Land: im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit und bei der großen Bildungsoffensive.“ Er sei froh, dass die Bundesrepublik flächendeckend große Bildungsprojekte finanzieren könne – von der Krippe über die berufliche Bildung bis hin zu Universitäten.

Markurth: „Gerne würden wir mehr machen. Wir werden auch die Anstrengungen in Braunschweig noch erhöhen, auch wenn uns das finanziell sehr fordert. Ich finde, das ist alternativlos. Wir müssen es machen und wir müssen es jetzt machen, sonst wird unser Land im Rennen um die klugen Köpfe verlieren.“

Braunschweig sei eine Stadt mit großer Kultur und großer Wissenschaft, die alle Menschen beheimaten müsse. „Sie sollen sich wohl und sie sollen sich sicher fühlen“, sagte Markurth. Ein wichtiger Aspekt sei die nachhaltige Stadtentwicklung. „Es bedarf der Bürgerbeteiligung. Die haben wir großgeschrieben in den letzten Jahren mit ‚Denk Deine Stadt‘. In diesem Jahr werden wir aus diesen vielen Projekten ein Programm machen.“ Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept entstehe. „Das wird zur Modernisierung der Verwaltung führen, es wird neues Denken erfordern. Wir wollen Prioritäten setzen und dadurch effektiver arbeiten.“

Eine Priorität sei der Wohnungsbau. „Der ist so wichtig, weil wir in unserer attraktiven Stadt derzeit Einwohner verlieren. Einwohner, die gerne bei uns wohnen würden, aber schlichtweg nicht können.“

Neues Denken beim Thema Mobilität? „Unser Stadtbahnausbaukonzept.“ Die Regionalisierungsmittel, die man gemeinsam beim Land eingeworben habe – jedes Jahr 25 bis 30 Millionen Euro mehr für Verkehrsprojekte – würden nicht nur in Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter landen. „Davon profitiert ganz sicher auch der ländliche Raum, das wird die Region zusammenhalten.“

Auch bei den Themen Energie und Umwelt sei neues Denken wichtig. „Wir sind dabei, unsere Stadtwerke BS|Energy neu zu denken“, sagte Markurth. Man suche einen neuen Partner, der den Stadtwerken weiterhelfe in Zukunftsfragen.

Ein großes Zukunftsthema sei auch das Thema Digitalisierung. „Das wird unser Leben gravierend verändern. Vieles wird leichter, vieles aber auch undurchschaubar.“ Er nannte die Felder des autonomen Fahrens, das Gesundheitswesen und das Zusammenleben.

Markurth betonte: „Es braucht nicht nur neues Denken, sondern auch Menschen, die es tun.“ Selbstverständliches Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt sei wichtig, unter anderem in der Kommunalpolitik. Wichtig sei es, zielorientiert nach guten Kompromissen zu suchen. „Wenn wir das weiter hinbekommen und so zusammenarbeiten, werden wir Krisen und Stürme gut überstehen. Wir werden Braunschweig zu einer guten Heimat machen für Menschen, die sich hier sicher und wohlfühlen. Dafür wünsche ich uns kluge Ideen, viel Kraft und Energie.“

Festrednerin Prof. Anke Kaysser-Pyzalla ((© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)
Festrednerin Prof. Anke Kaysser-Pyzalla
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Professorin Anke Kaysser-Pyzalla, seit Mai Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig, hielt den Festvortrag über „Wissenschaft und Stadtgesellschaft – warum wir einander mehr denn je brauchen.“

Sie begann mit einem geschichtlichen Exkurs mit Blick auf die älteste Universität Europas, die Universität in Bologna und stellte dar, dass Universitäten früher ein Raum eigenen Rechts, ein Raum mit eigener Infrastruktur und sogar autarker Gerichtsbarkeit waren. Dies sei heute nicht mehr der Fall.

Kaysser-Pyzalla: „Existenziell wichtig hingegen sind auch heute die Unabhängigkeit, also Autonomie, und die Freiheit von Forschung und Lehre für Hochschule und Wissenschaft. Sie sind Voraussetzung für unverfälschte und unbeeinflusste wissenschaftliche Erkenntnisse und akademische Ausbildung, die Bürgerinnen und Bürger von uns erwarten dürfen.“

Das Selbstverständnis der Universität habe sich hingegen in den letzten Jahren weiterentwickelt. „Die TU Braunschweig war und ist keine Universität der Stadt. Aber wir sind heute sehr gern die Universität in dieser Stadt und in dieser Region Braunschweig. Und wir fühlen uns hier wunderbar aufgehoben“, sagte die TU-Präsidentin. Dafür gebe es fünf gute Gründe: die Standortfaktoren, den wechselseitigen Transfer von Technologie und Wissen, die Beteiligung und Interaktion in der Stadt, das Bauen in der Stadt und die weltoffene Stadt. „Und auch bei den ganz alltäglichen, aber eben nicht selbstverständlichen Anliegen und Herausforderungen brauchen Wissenschaft und Stadtgesellschaft einander mehr denn je“, betonte Kaysser-Pyzalla.

Für Musik sorgte das Jazz-Quintett "Light Breeze" aus dem Jugendjazzorchester Niedersachsen "Wind Machine" ((© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)
Für Musik sorgte das Jazz-Quintett "Light Breeze" aus dem Jugendjazzorchester Niedersachsen "Wind Machine"
((© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)
Der Neujahrsempfang fand im Lichthof des Städtischen Museums statt. ((© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet.)
Der Neujahrsempfang fand im Lichthof des Städtischen Museums statt.
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