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Tipps zur Reiseapotheke vom Gesundheitsamt

Braunschweig, 12. Juli 2017 Stadt Braunschweig, Pressestelle

Ferienzeit ist Reisezeit, und für viele steht damit auch der große Sommerurlaub vor der Tür. Damit die schönste Zeit des Jahres möglichst nicht durch gesundheitliche Beschwerden getrübt wird, gehört in jedes Reisegepäck eine Reiseapotheke. Denn ungewohnte klimatische Bedingungen oder fremde Speisen und Getränke belasten den Organismus. Natürlich ist es nicht möglich, sich gegen alle Eventualitäten zu wappnen, und was in die Reiseapotheke gehört, hängt zudem vom eigenen Gesundheitszustand, von Reiseziel und Reisestil ab. Aber es gibt einen Grundstock für Notfälle, den das Gesundheitsamt der Stadt Braunschweig jedem empfiehlt:

  • Führen Sie einen ausreichenden Vorrat der Medikamente mit, die Sie regelmäßig einnehmen – am besten in doppelter Menge für verschiedene Gepäckstücke, falls einmal ein Koffer verloren geht. Bei kleineren Unfällen leisten sterile Mullbinden, Wund- und Heftpflaster sowie elastische Binden gute Dienste. Pinzette (für Splitter und Zecken) und Schere sollten nicht vergessen werden, dürfen allerdings bei Flugreisen nicht ins Handgepäck. Hilfreich ist auch ein Fieberthermometer (ohne Quecksilber). Bei Reisen in Länder mit niedrigem medizinischem Standard sind Alkoholtupfer, Einwegspritzen und -kanülen sinnvoll, damit im Bedarfsfall eine sterile Spritze zur Verfügung steht.
  • Wichtige Medikamente zur äußeren Anwendung sind Wunddesinfektionsmittel und Antihistaminsalbe (gegen Insektenstichreaktionen), Insektenschutzmittel (Repellents) und Sonnenschutzcreme, ggf. auch Augen- und Nasentropfen.
  • Wer unter Symptomen der Reisekrankheit wie Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen leidet, sollte Mittel dagegen im Handgepäck mitführen. Wichtig zur inneren Anwendung sind darüber hinaus Medikamente gegen Schmerzen, Fieber und allergische Reaktionen sowie, wenn vom Arzt für das Reiseziel empfohlen und verschrieben, auch ein Malariamittel.

Die häufigste Erkrankung unterwegs ist aber ein Durchfall, die sogenannte Reisediarrhoe. Zur Vorbeugung insbesondere in tropischen oder subtropischen Regionen sollte Folgendes beachtet werden:

  • Trinken Sie Wasser nur in abgekochter Form, zum Beispiel Tee, Kaffee oder konfektionierte Getränke aus Originalbehältern, Flaschen oder Dosen.
  • Essen Sie nur ausreichend erhitzte, durchgegarte und frisch zubereitete Speisen – nie rohes Fleisch oder rohes Gemüse oder Obst, das Sie nicht selbst geschält haben, insbesondere auch rohe Salate, Cremes und Speiseeis. Verzichten Sie auf rohe Milch und Milchprodukte wie Milchmixgetränke. Wichtig bei einem Büfett: Wenn gegarte Speisen länger als zwei Stunden ungekühlt aufbewahrt wurden, sollten auch sie nicht mehr verzehrt werden.

Trotz aller Vorsicht lassen sich Hygieneprobleme auf einer Reise nicht ganz vermeiden. Deshalb sollten unbedingt Pulver zur Zubereitung einer trinkfähigen Elektrolytlösung und ein Mittel gegen Durchfallsymptome ins Reisegepäck. Eine Reisediarrhö kann in der Regel ohne weitere Medikamente behandelt werden, wenn Folgendes beherzigt wird:

  • Unbedingt notwendig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit Salz und Zucker. In der Apotheke gibt es geeignete Elektrolyte in Pulverform zur Auflösung in Wasser. Sie lassen sich aber auch selbst herstellen: diverse Rezepte hierzu findet man unter der Bezeichnung „orale Rehydrationslösungen“ (Oral Rehydration Solution) oder man hält sich an das Rezept zur „WHO-Trinklösung“
  • Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid gegen Durchfall unterdrücken in erster Linie nur die Darmaktivität. Sie sind vor allem sinnvoll, wenn der Darm, etwa wegen der Heimreise, für eine längere Zeit ruhiggestellt werden muss. Kindern sollte dieses Medikamente nur im Ausnahmefall gegeben werden.
  • Achtung: Ärztliche Hilfe ist erforderlich bei Fieber, wenn der Durchfall blutig ist oder über drei Tage andauert, bei unstillbarem Erbrechen, bei anhaltend starken Krämpfen, und bei Erkrankungen von Schwangeren oder kleinen Kindern.

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