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Erhöhter Raumbedarf

Braunschweig, 24. Mai 2019 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

In dem Gebäude in der Mendelssohnstraße werden künftig geflüchtete Menschen wohnen. (© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet)
In dem Gebäude in der Mendelssohnstraße werden künftig geflüchtete Menschen wohnen.
(© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet)

Seit dem Jahr 2016 nimmt die Stadt Braunschweig geflüchtete Menschen auf, bisher wurden ihr rund 1.100 Personen zugewiesen. Für die Unterbringung der Geflüchteten wurden acht Unterkünfte für jeweils etwa 100 Menschen im Stadtgebiet errichtet. Da zunächst weniger Menschen als erwartet zugewiesen wurden, konnte die Stadt Braunschweig die Standorte Ölper (Biberweg 32) und Nordstadt (Mendelssohnstraße 8) zunächst an das Studentenwerk OstNiedersachsen vermieten.

Zuletzt wurde der Verwaltung eine Zuweisungsquote (einschließlich nicht erfüllter Verteilquote aus 2017) von 432 Menschen für den Zeitraum vom 15. September 2018 bis Ende 2019 mitgeteilt, davon sind bisher rund 250 Menschen zugewiesen worden. Damit ist die Zahl der tatsächlich zugewiesenen Menschen gegenüber den Monaten vor Mitteilung der neuen Quote deutlich gestiegen.

Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes in der Stadt Braunschweig findet in den bisher genutzten Wohnstandorten nicht die Fluktuation bei den Bewohnerinnen und Bewohnern statt, mit der gerechnet wurde. Auch Personen, für die die Stadt Braunschweig als Kommune nicht weiter zur Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft verpflichtet wäre, da sich der Asylstatus geändert hat, finden regelmäßig keine Wohnung außerhalb der Wohnstandorte. Zusätzlich zu den weiteren Zuweisungen der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort Braunschweig sind auch ehemals unbegleitete minderjährige Geflüchtete, die ihre stationären Jugendhilfemaßnahmen beenden, im Asylverfahren sind oder bei denen das Verfahren abgeschlossen ist, auf einen Platz in den Wohnstandorten angewiesen. Zum einen finden sie nur schwer eine eigene Wohnung, zum anderen ist in der Regel eine enge sozialpädagogische Anbindung der jungen Menschen wünschenswert.

Um alle Menschen unterbringen zu können, hat die Verwaltung entschieden, die Wohnstandorte in Ölper und der Nordstadt nicht weiter zu vermieten und als Unterkünfte für geflüchtete Personen zu nutzen. In Abstimmung mit dem Studentenwerk werden der Mietvertrag für den Wohnstandort Ölper zum 30. September 2019 und der Vertrag für den Wohnstandort Nordstadt zum 31. März 2020 gekündigt, anschließend können Geflüchtete einziehen. Vor dem Einzug wird es in beiden Gebäuden einen Tag der offenen Tür geben.

Sönke Nimz, Geschäftsführer des Studentenwerks, erklärt: „Natürlich ist es schade, dass wir die beiden Wohnheime zukünftig nicht mehr an Studierende vermieten können. Jedoch war uns von vornherein klar, dass es passieren kann, dass die Standorte für Geflüchtete benötigt werden – entsprechend waren auch die Mietverträge ausgelegt. Den Wegfall der Wohnungen können wir langfristig mit dem Wohnheim am Langen Kamp kompensieren, dessen Bau durch die Stadt gefördert wird.“

Dr. Christine Arbogast, Sozialdezernentin der Stadt Braunschweig: „Ich danke dem Studentenwerk für das entgegengebrachte Verständnis. Sollte sich die Situation irgendwann wieder ändern, lässt sich an die bewährte Zusammenarbeit sicherlich anknüpfen. Nun kümmern wir uns darum, dass die Geflüchteten in den Stadtteilen gut aufgenommen werden. Bislang ist es stets gelungen, im Umfeld der Wohnstandorte ein Netzwerk von Ehrenamtlichen aufzubauen, das die geflüchteten Menschen unterstützt – sei es bei der Freizeitgestaltung, mit Kinderbetreuung während der Sprachkurse in den Standorten, mit Angeboten zum Spracherwerb, Hausaufgabenbetreuung und vielem mehr. Darauf hoffen wir auch in Ölper und der Nordstadt.“

Die beiden Gebäude verfügen jeweils über 26 Wohneinheiten für zwei, vier oder sechs Personen und sind baugleich zu den anderen Wohnstandorten. Jedem Bewohner, jeder Bewohnerin stehen bei Vollbelegung rechnerisch eine Wohnfläche von 10 Quadratmetern sowie Anteile an der Gemeinschaftsfläche und ein Gartenanteil zur Verfügung. Vor Ort werden an jedem Standort ein Sozialarbeiter, ein Unterkunftswart und eine Verwaltungskraft tätig sein. Ergänzend wird ein Sicherheitsdienst sicherstellen, dass außerhalb der Dienstzeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ansprechpartner am Ort sind. Je nach Zuweisungen des Landes Niedersachsen wird auch an diesen Standorten angestrebt, die Bewohnerstruktur mit Paaren, Familien und allein reisenden Personen gemischt zu gestalten.

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