Tag der offenen Tür und neue Ausstellung im Stadtarchiv
Braunschweig, 2. April 2025 - Referat Kommunikation
Das Stadtarchiv Braunschweig, Schlossplatz 1, öffnet am Samstag, 12. April von 11 bis 16 Uhr für die Bürgerinnen und Bürger seine Türen und präsentiert sich der Öffentlichkeit. Verbunden ist dies mit der Eröffnung der Ausstellung "Neues Gesicht für eine zerstörte Stadt. Braunschweigs Nachkriegsjahrzehnte". Das Stadtarchiv präsentiert in seiner Ausstellung verschiedene Aspekte, Ereignisse und Personen anhand von einmaligen und besonders sehenswerten Objekten aus dem reichen Fundus der Archivbestände. Die Ausstellung umfasst insgesamt drei Vitrinen mit überwiegend originalen Quellen im Foyer sowie eine Auswahl von großformatigen Reproduktionen in der Galerie (Gang zum Lesesaal). Der Eintritt ist frei.
Bei Führungen um 11.30 Uhr, 13 Uhr und 14.30 Uhr (Anmeldung unter Telefon 0531-470 4719 oder stadtarchivbraunschweigde) können Besucherinnen und Besucher einen Blick in die Magazine werfen, wo die Schätze des Archivs aufbewahrt werden. Hier lagern zehn Kilometer Akten, dazu unzählige Urkunden, Bilder, Zeitungen, Karten und Pläne – auch manches skurrile Objekt versteckt sich in den Regalen. Auch die Restaurierungswerkstatt, wo die Objekte zur dauerhaften Erhaltung und Aufbewahrung vorbereitet werden, wird gezeigt. Hier werden die mitunter jahrhundertealten Dokumente mit moderner Technik und nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen restauriert und konserviert. Im Lesesaal des Stadtarchivs kann man sich zudem über die Recherchemöglichkeiten informieren, zudem werden historische Postkarten, Stadtpläne und Literatur zum Verkauf angeboten. Passend zum Thema der Ausstellung werden Filme zum Kriegsende und Wiederaufbau gezeigt.
Am 12. April 1945 marschierten amerikanische Soldaten in Braunschweig ein, die offiziellen Vertreter übergaben die Stadt an die US-Armee. Damit endeten in Braunschweig der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Diktatur. Dieses Ereignis vor 80 Jahren nimmt das Stadtarchiv zum Anlass, in einer Kabinettausstellung die Zeit des Kriegsendes und Wiederaufbaus zu betrachten. Im Zweiten Weltkrieg hatten die Alliierten 42 Luftangriffe auf Braunschweig geflogen, dabei waren 42 Prozent der Stadt zerstört worden, in der Innenstadt lag der Zerstörungsgrad sogar bei 90 Prozent. Bei dem 1946 begonnenen Wiederaufbau standen die Braunschweigerinnen und Braunschweiger vor großen Herausforderungen: die Verwaltung musste neu organisiert, die Wirtschaft neu belebt und zahllose Flüchtlinge und Wohnungslose untergebracht werden. Daneben erwachte auch das gesellschaftliche und kulturelle Leben wieder und die Stadt erhielt baulich ein vollkommen neues Gesicht.
Die Ausstellung kann auch nach dem Tag der Archive im Rahmen der Öffnungszeiten des Stadtarchivs besucht werden.